Grundkurs im T5-Klettern

 

Zu Beginn meines Cacher-Lebens suchte ich einen Tradi (mittlerweile archiviert) und fand nichts. Zu Hause habe ich mich dann mit diesem Geocache näher befasst und erkannte warum ich nichts finden konnte: Der Geocache befand sich etwa 15m über mir. So habe ich vom T5-Klettern erfahren.
Es ist nicht unbedingt so, dass ich den letzten Kick suche und daher habe ich mich mit dem Thema Baumklettern nicht weiter befasst. Auf einem Event in der Korber Kletterhalle trafen Polarfuchs6000 und ich einen befreundeten Geocacher der dort als „Guide“ mit von der Partie war. Dieser gab uns gleich zwei nette Geocacher an die Hand die bei „ihm“ einen Kletter-Grundkurs absolviert hatten. Die Begeisterung der beiden sprang auf mich über und der Wunsch zum Baumklettern entfachte. Kurz darauf habe ich mich zum Grundkurs bei Geoclimbing.de angemeldet, denn ohne fachkundige Anleitung wollte ich mich nicht in höhere Sphären begeben.
Jetzt am Wochenende war es endlich soweit – „mein“ Kurs fand statt…
Bevor ich zum Kurs komme: Wenn du dich auf einem der Bilder erkennst und an dieser Stelle nicht gezeigt werden möchtest bitte ich dich um kurze Nachricht. Ich werde das Bild dann herausnehmen oder überarbeiten.
Der 1. Tag begann gemütlich um 10 Uhr mit einem kleinen Kennenlernen und einer 1.Sichtung des Shops was es so alles gibt und was auf einen zukommen könnte. Natürlich wurden auch wir von den beiden Trainern „gesichtet“.
Dann ging es auf die schöne und grosse Anlage von Geoclimbing. Nun stand gleich der 1.Adrenalinschock schlechthin auf dem Programm: Das Material hält – oder nicht?
Hierzu ging es auf einen Balken in etwa 8m Höhe und der Teilnehmer musste springen/sich fallen lassen – natürlich gesichert.
Der Adrenlinkick ist unwahrscheinlich – es zittern Hände und Füsse noch nach dem Sprung.
Nachdem jeder erfahren durfte, dass das Material hält was es verspricht (nämlich einen selbst), ging es in 2 Gruppen auf die Plattformen um das Abseilen zu lernen. Denn bevor man etwas erklettern kann sollte man wissen wie es sicher wieder nach unten geht.

Immer mal wieder wurde etwas Materialkunde in kleiner, aber feiner Dosierung eingestreut. Dank der vielen Erfahrungen und der teilweise unfassbaren Anekdoten der beiden Trainer war dies äusserst kurzweilig und sehr interessant.

Neben dem Einwerfen

wurden uns auch andere Möglichkeiten gezeigt wie man die Pilotschnur und somit das Seil in den Baum bekommt.

Wie soll es bei einem Kletterkurs anders sein… Es wurde natürlich auch geklettert und abgeseilt. Dank des grossen Fundus an Abseilgeräten und sonstigen Hilfsmitteln konnten wir sehr viele Gerätschaften testen und im Laufe der beiden Kurstage kristallisierte sich dann für jeden das passende Equipment heraus. Allerdings ist „das Erste Mal“ wenn man tatsächlich am Seil hängt und sich rückwarts hinter die sichere Plattform-Tür begibt der Horror… Man hat die wichtigsten Basics vergessen und es zittert der ganze Körper – so fühlt sich also Todesangst an. Gut dass der Trainer da ist ohne dessen „Go“ es keinen Schritt über die Plattform geht, denn der Kurs soll ja nicht nach dem 1.Abseilen beendet sein… Nach dem 3. Mal ging (zumindest bei mir) die Angst in gesunden Respekt über und ich konnte die Höhe und das Abseilen geniessen.
Am 2.Tag stand in der Mittagspause ein Grill da und wir konnten uns in gemütlicher Runde stärken. Diese Stärkung war auch notwendig, denn danach ging es zur „Abschlussprüfung“ an den Baum. Es musste der rote Helm in ca. 10m Höhe erreicht werden. Gemeinerweise befand sich der Helm nicht direkt am Baum sondern etwas weiter draussen.

Es ist eine ganz andere Hausnummer am Baum hochzuklettern als an der Trainingsplattform. Einen tragenden Ast aussuchen, die Pilotschnur richtig einwerfen und dann den Baum an jenem Ast hochklettern, wissend dass es sich hierbei um einen „wilden“ Ast handelt und nicht um einen vom Statiker abgesegneten Balken. Oben angekommen die Gerätschaften zum Aufsteigen aus dem Seil ausbauen, sicher verstauen und die zwei Schritte bis zum Helm gehen und dort noch die Coin heraussuchen die mit dem eigenen Namen geprägt war, stellte für manchen Teilnehmer eine grosse Herausforderung dar. Vor allem konnte beim Üben „geschummelt“ und nach wenigen Höhenmetern wieder abgeseilt werden. Nun mussten die knapp 10m nach oben geklettert und am Ast entlang gelaufen werden um an die „Abschluss-Urkunde“ zu kommen. Arme,  Beine und Psyche werden hierbei bis zum Äussersten angespannt.
Allerdings haben wir alle an dem Kurs teilgenommen um einen Baum hoch und wieder hinunter zu kommen und daher bissen wir uns alle durch. Bei den einen ging es flott, bei anderen etwas langsamer. Wichtig und entscheidend ist aber etwas anderes: Alle kamen an den „Cache“ und konnten, wieder am Boden, stolz die Abschluss-Urkunde präsentieren:

 Alles in Allem kann ich sagen, es hat sehr viel Spass gemacht und ich kann jedem den Kurs empfehlen der sich mit dem Thema „T5-Klettern“ beschäftigt. Dank 2er Kurstage hatten wir viel Zeit, erhielten im Gespräch mit den Trainern zusätzlich viele Tipps und Kniffe die auch gleich angewandt werden konnten. Zudem gab es mehr als ausreichend Gelegenheiten um sich mit den verschiedenen Abseilsystemen ausgiebig zu beschäftigen um seinen Favoriten zu finden, denn die Auswahl ist gross und auch das Üben kam natürlich nicht zu kurz. Ein weiterer Pluspunkt der nicht vernachlässigt werden sollte: Unsere Trainer sind selbst begeisterte T5-Cacher (am Samstag 3, am Sonntag sogar 4), das viele Anekdoten nach sich zog.
Wenn du mit dem Gedanken spielst „mal“ klettern gehen zu wollen und befürchtest du könntest körperlich an deine Grenzen stossen, so sei dir gesagt:
Ja, nach dem „Abschluss-Baum“ (wenn du es nicht gewohnt bist), bist du erschöpft – aber glücklich. Selbst ich, der ich „etwas“ mehr als 80kg auf die Waage bringe, hatte keine Probleme (bis auf den Muskelkater am Tag danach, aber dafür gibt es ja Latschenkiefer). Das Alter im Teilnehmerfeld war unterschiedlicher als ich dachte. Unser „Küken“ war 15 Jahre jung und die älteste Person schätze ich auf Ü50. Selbst hierbei gibt es keine Einschränkungen soweit man gesund ist.
Ich möchte mich an dieser Stelle nochmals beim Trainerteam bedanken und wer weiss… Vielleicht sieht man sich mal wieder… dann Auge in Auge im Baum.
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Eine Antwort zu Grundkurs im T5-Klettern

  1. MUFROMM schreibt:

    Hallo lieber Kocherreiter ,Treffend beschreibst Du deine Eindrücke vom T5 Kurs ,den ich auch so erlebt habe. Es hat bei allen viel Spaß gemacht bis auf den leichten Muskelkater als Erinnerung ! Den gesunden Respekt vor der Höhe sollte man nie verlieren ,da Selbstüberschätzung mit einer der größten Gefahrenquellen ist bei allen Sportarten.Viele Grüße

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