Geocaching-Vereine: Vereinsmeierei oder Sinnvoll?

Vom 24.-26. April 2015 fand das 1. Treffen aller deutschen Geocaching-Vereine in Paderborn statt (Zusammenfassung + kompletter MP3-Bericht). In diesem Zusammenhang stellt sich mir die Frage:
Ist ein Geocaching-Verein eine logische Entwicklung aufgrund der deutschen Vereinsmeierei oder tatsächlich sinnvoll? 

Was ist ein Geocaching-Verein?
Ein Geocaching-Verein ist ein Zusammenschluss von Geocachern einer Region um bestimmte Ziele zu erreichen.

Was sind die Ziele?

  • Behörden eine Anlaufstelle bei Problemen mit Geocaches zu geben
  • öffentliches einsetzen für den Naturschutz
  • Aufklärung, Transparenz und Verständnis für Geocaches aufbauen
  • Ausflüge, regelmässige Treffen, etc.

Was kostet eine Mitgliedschaft?
Der Jahresbeitrag einer Mitgliedschaft in einem der „offiziellen“ Geocaching-Vereine die auf der Seite http://www.cachewiki.de/wiki/Vereine aufgeführt werden liegt zwischen 0€ und 25€. Hierfür erhalten die Vereinsmitglieder Vergünstigungen bei Cachershops, hie und da vergünstigte Eintrittskarten, etc.  Der Geocaching-Verein Rhein-Main e.V. gibt dem aktiven Mitglied die Möglichkeit seinen Jahresbeitrag selbst zu wählen mit einer Einschränkung: mind. 24€. 

Mein Fazit

Ich bin gespalten um die Sinnhaftigkeit von Geocaching-Vereinen. Zum Einen finde ich die Intension die dahinter steckt gut: Behörden, Förster, Bürger, Interessierte, etc. einen Ansprechpartner aus der Region anzubieten. Oft genug gibt es Probleme „im Wald“, „am Baum“, etc. die unbürokratisch gelöst werden könn(t)en.
Auf der anderen Seite denke ich, es wird mit Kanonen auf Spatzen geschossen. Findet jemand einen Geocache an einer Stelle an der er/sie diesen nicht haben möchte, wird er/sie den Cache so oder so entsorgen. Ich bin davon überzeugt, dass die meisten Vereine nicht die Aussenwirkung erhalten die sie sich wünschen um tatsächlich als Ansprechpartner wahrgenommen zu werden. Zudem sollte man nicht vergessen, dass Geocaching nicht mit Fussball, Tennis, Volleyball, Tierzucht, etc. gleichzusetzen ist. Denn beim Geocaching gibt es keinen Dachverband der sich aus den Vereinen gebildet hat. Vielmehr handelt es sich beim Dachverband um ein Unternehmen mit dem Namen Groundspeak aus Amerika das eine Online-Plattform zur Verfügung stellt um den Zugriff auf Geocaches „anzubieten“. Das Ziel eines Unternehmens ist Gewinn-Maximierung und nicht Spass-Maximierung; sonst gäbe es von Groundspeak schon längst ein Nano-Icon. 
Bitte nicht falsch verstehen; ich habe überhaupt nichts dagegen ein paar Euronen pro Jahr als Mitglied im Verein von Groundspeak (Geocaching genannt) zu bezahlen um dafür die Online-Plattform, die mir Groundspeak zur Verfügung stellt, nutzen zu können.
Als Blogger habe ich qua status zwar ein grösseres Mitteilungsbedürfnis als andere. Jedoch sehe ich mich nicht meinen Kopf in der Öffentlichkeit für ein US-Unternehmen, geschweige denn „für mich fremde Menschen die Plastikmüll in die Landschaft werfen“ hinzuhalten. Ich kennzeichne meine Geocaches mit meiner eMail-Adresse damit jeder der es möchte mit mir in Verbindung treten kann. Dann spreche ich für mich, für meine Geocaches und trage die Konsequenzen sollte ich wirklich etwas verbockt haben. Wird (m)ein Geocache zum dritten Mal geklaut, entsorgt, gemuggelt… weiss ich auch ohne Behörde oder Verein, dass es jemanden gibt, der den Cache hier nicht haben möchte und archiviere ihn.
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7 Antworten zu Geocaching-Vereine: Vereinsmeierei oder Sinnvoll?

  1. Anonym schreibt:

    Vereine sind da sinnvoll wo man sich zusammentun muss um eine Infrastruktur zu schaffen (Sportstätten) oder wo man sich regelmäßig für gemeinsame organisierte Aktivitäten trifft. Das schöne an Geocaching ist aber das man das ganz individuell betreiben kann. Der Internet-Teil der Infrastruktur ist bereits in mehrfacher Ausführung vorhanden und jeder kann wenn er mag den Vor-Ort-Teil mit ausbauen.Bleibt die Vertretung der interessen. Bei Vereinen die hauptsächlich "Interessen vertreten" führt das immer dazu das eine kleine Gruppe von Leuten ihre eigenen Interessen durchsetzt und die Mehrheit das eigentlich nur finanziert. Die dürfen zahlen und hin und wieder ein klein wenig mitbestimmen wer sie als nächstes ver…tritt.Dazu habe ich nicht die geringste Lust.

  2. Marcel schreibt:

    Hallo, die Vereine sind eine absolut freiwillige Basis. Keiner wird gezwungen sich damit zu identifizieren, beizutreten oder auch einen Beitrag zu zahlen. Dies ist alles freiwillig und wird von einigen Cachern auch unterstützt. Bei der ganzen Sache ist es den Vereinen eher wichtig, dass man als juristische Person auftreten kann. Denn Onkel Heinz von nebenan kann leider bei den Behörden nicht so viel erreichen wie ein Verein. Das habe ich mir so nicht ausgesucht, sondern leider ist dies die Realtiät. Es geht auch nicht immer nur darum einen einzelnen Cache zu bearbeiten, sondern eher um die Besitzer der Wald und Flurstücke. Eine gute Zusammenarbeit mit Förstern, Jägern und Städten kann viele Probleme verhindern oder auch lösen. Du selber kennzeichnest deinen Geocache, das ist gut so. Leider tun dies jedoch lange nicht alle. Aber warum muss denn dein Cache 3 mal gemuggelt werden damit du ihn archivierst?! Meinst du nicht ein kurzes Gespräch mit dem Eigentümer des Geländes würde dich Sache lösen und der Cache kann weiterhin bestehen?Du weisst nicht wen du Ansprechen sollst? Du weisst nicht wem das Gelände gehört?Dann frag doch mal bei dem Geocaching Verein in deiner Region. Die kennen bestimmt den Ansprechpartner ;)Viele Grüße!

  3. Kocherreiter schreibt:

    Marcel, du hast grundsätzlich recht. Wenn man als Verein mit 100 Mitgliedern auftritt, hört der eine oder andere Ortsvorsteher eher zu als wenn Onkel Kocherreiter an der Türe klopft 😉 Aber Onkel Kocherreiter will auch nirgendwo anklopfen, er will mit seinem Hund in den Wald und Caches suchen :))Allerdings sind es meist nicht die Eigentümer des Geländes die Geocaches "mitnehmen". Es gibt Waldarbeiter, Kinder, Jugendliche, Spaziergänger, Anwohner, etc. die alle eine schöne grosse L&L-Dose brauchen können. Seitdem ich meine L&L-Dosen zusätzlich zum Aufkleber mit wasserfestem Stift auf allen Seiten (innen und aussen) beschrifte, bleiben sie komischerweise nun dort liegen wo ich sie versteckt habe.Wildschweine (ich meine wirklich die mit 4 Beinen) darf man als "Räuber" auch nicht unterschätzen. Sie lieben PETlinge und Filmdosen wie unsereins Kaugummi. Die grossen, öfter besuchten Dosen riechen so stark nach Mensch, dass diese zerbissen und weggetragen werden (oder anders herum).

  4. badnerland schreibt:

    Das Problem an den Geocaching-Vereinen ist, daß es sich dabei um eine völlig "inoffizielle" Parallelveranstaltung handelt. Weder gibt es irgendwelche Rückendeckung oder Ermächtigung durch Groundspeak noch können sie die Vertretung aller lokalen Cacher beanspruchen.Auf Dauer wird Groundspeak da etwas Offizielles machen müssen, wenn deren Geocaching als Massenveranstaltung eine Zukunft haben soll.

  5. Anonym schreibt:

    Das ist doch wieder ein typisch deutsches Gebaren. Interessen in Vereine unterbringen. Regeln aufstellen und päpstlicher agieren als der Papst selbst. Reichen den Besserwissern die Regeln immer noch nicht? Nein! Es gibt in Deutschland FTF Regeln….die gibt es nur in Deutschland dem Land der Regeln. Leute geht raus in die Natur. Cachen!!! ;-)Ich gehe in keinen Verein rein.

  6. DasLangeSuchen schreibt:

    Lange Zeit habe ich mich im Rahmen einer Interessengemeinschaft für den Dialog zwischen den o.g. Parteien eingesetzt, alles ohne Vereinsstatus, was bis zu einem gewissen Punkt ganz gut funktionierte.Sicher kann man als Verein manche Dinge auf Grund des Rechtsstatus etwas anders angehen, gerade, wenn es um Haftungsfragen für z.B. Veranstaltugen o.ä. geht. Das Problem sehe ich eher darin, dass man auch als Verein weder für die Allgemeinheit der Geocacher sprechen kann, noch einen Einfluss auf Groundspeak nehmen kann.(Wenn man sieht, wie unterschiedlich verschiedene Reviewer urteilen, zweifele ich sogar daran, dass Groundspeak verbindlich auftreten könnte.)

  7. Moin,also ich stehe den Vereinen ebenfalls kritisch gegenüber.Auf meinen Dosen steht ebenfalls die Mail Adresse und mein Name. Das sollte reichen. Und wem die Dose nicht gefällt, der entsorgt sie sowieso.Ist diese Vereinsmeierei ein "deutsches Thema"? In keinem anderen Land gibt es Geocaching Vereine. Auch die Ziele sprechen mich nicht an. Naturschutz? Damit setzen wir uns doch auseinander. In einem Naturschutzgebiet wird kein Cache veröffentlicht. Behörden eine Anlaufstelle geben? Aha, Name & Mail reichen denen doch auch. Aufgeklärt wird doch in der Presse und wer sich für das Hobby interessiert wird sich selbst informieren.Der Kommentar von "badnerland" mit der inoffiziellen Parallelveranstaltung ist auch nicht von der Hand zu weisen.Werden dann Cachegebiete unter der Hand (innerhalb der Vereine) aufgeteilt? Werden dann FTFs abgesprochen? Mitgliedsbeitrag? Zusätzlich zu Groundspeak? Aktive Teilnahme am Vereinsleben. Also da bleibe ich fern. Diese Vereinsmeierei ist doch wieder für die 300%igen Cacher mit übertriebenem Geltungsbedürfnis die dann nach selbstkreierten Regeln andere Cacher maßregeln.

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