Gedanken zum (Online)Log

Auf dem Evento Piccolino hatten wir eine sehr gute Diskussion zum Thema „Loggen“.

Der eine oder andere wird sich jetzt fragen was das soll…ganz einfach:
Mittlerweile nehmen Kutzlogs wie „+1“ „TFTC“ „DFDC“ oder gar kopierte Massenlogs überhand. Warum? Weil die „neuen“ Geocacher genau solche Online-Logs lesen und der Meinung sind, das sei OK… aber das ist es nicht! Ein Kurzlog zeigt, dass mir der Cache nicht gefallen hat.
Ich spreche hier nicht von 08/15 Caches wie  Leitplankenmikros, PowerTrails oder wie es in der Grünen Hölle heisst „PissEckenPETlingen“. Ich rede von schlüssig ausgearbeiteten Caches, egal ob Tradi, Multi oder Mystery; egal ob Filmdose oder Munibox. 
Wenn ich bei meinem Bonus-Cache einer (in meinen Augen) schön angelegten Runde einen Log lese wie „Im team geloggt – TFTC denke ich mir „du mich auch“. Selbst wenn ein TB-Hotel nicht direkt am Parkplatz liegt und der Cacher 20m laufen muss, kann ich als Owner doch mehr erwarten als ein „🙂“ oder etwa nicht? 
Wie logge ich denn nun richtig?
Ich denke vielen ist nicht klar welchen Pflegeaufwand es teilweise bedeutet den einen oder anderen Geocache zu warten/pflegen. Da kann man dem Owner doch „etwas mehr“ schreiben, denn der (Online-)Log ist der Lohn des Cache-Owners und ich freue mich über jeden schönen Log.
Daher gibt es kein Richtig oder Falsch beim Loggen. Ich als Geocacher muss mir überlegen, was ich mit meinem (Online-)Log aussagen möchte: 
  • möchte nur den Statistik-Punkt erhalten
  • mitteilen, dass mir die Location oder der Cache nicht gefallen hat
  • mich beim Owner für den Cache bedanken, weil es mir Spass gemacht hat
Um einen anderen Geocacher einschätzen zu können, hat man nur die Möglichkeiten die Online-Logs und die versteckten Geocaches zu Rate zu ziehen so man ihn/sie nicht persönlich kennt. Sind dies überwiegend „Kurzlogs“, fällt dies auf Dauer natürlich auch negativ auf den Geocacher zurück. So macht man sich nicht unbedingt beliebter…
Natürlich verspüre ich nicht immer Lust lange und ausführliche Logs zu schreiben, besonders wenn der Geocache oder die Location in meinen Augen nichts besonderes ist. Dann schreibe ich beim Rastplatz-Cache nur lapidar ein „gut gefunden – DanCACHEööön für’s Verstecken„. Mehr erwarte ich beim 08/15 – Tradi-PETling nicht.
Es gibt auch Caches die meinen Unmut erzeugt haben; das schreibe ich dann direkt in den Online-Log damit der Owner etwas ändern kann – oder halt auch nicht; wie bei einem anderen Rastplatz-Cache „Der Weg zur Dose gleicht einer Truckertoilette. Bäääh“ 
Ich selbst erhielt vor kurzem bei einem meiner Caches diesen Log:
Liebloser kann man einen Cache kaum platzieren! Das geht viel besser….. 
Bei einem solchen Log schaut man sich natürlich das Profil des Cachers an um den Log einschätzen zu können und entdeckt ein BasisMitglied von 2011 mit 181 gefundene Caches und keinem einzigen selbst versteckten. Wer natürlich mit neuen Klamotten in einen Busch eindringt bei dem die Attribute „Zecken, Giftige Pflanzen und Dornen“ ausweisen, dem kann ich nicht helfen und betrachte diesen Log als Äusserung des Unmuts über Gepiekse und Gebrenne

Ein richtig toller Log bei dem ich als Owner „Pippi in die Augen bekomme“ ist ein Log, der die Situation an sich beschreibt. Aus eigener Erfahrung weiss ich, dass dies nur bei wirklich besonderen Erlebnissen/Geocaches machbar ist. Umso mehr freue ich mich einen solchen Log zu erhalten. Ein Log der mich besonders freute ist ein Mystery-Log. Da ich die Gegend und den Geocacher kenne, bereitet mir das Lesen auch heute noch sehr viel Freude. Es handelt sich um GC43VPB „MegaBass“ 
(Nur als Info: Ich habe Koordinaten zum nächst-vernünftigen Parkplatz angegeben, damit der Geocacher daraus keinen T4,5 machen muss sondern gemütlich auf  Waldwegen spazieren kann. Diese Parkempfehlung wird von den Meisten nicht beachtet, da es eine vermeintlich nähere Parkmöglichkeit gibt – allerdings werden dabei die Höhenlinien nicht beachtet.)


[Ich bin ja auch ein großer Fan von Bässen, allerdings eher auf der High-Fidelen Seite. Dort ist jede Art von Bass immens wichtig (das geht vom Anfang von Richard Wagners „Also sprach Zarathustra…“ bis hin zu Sabaton und Konsorten), Hauptsache er kommt druckvoll und konturiert. 

Das Rätsel (wie komme ich jetzt von Bässen darauf? Na, egal!) war in der ersten Hälfte schnell erledigt, die zweite Hälfte dauerte, aber nach Frau aukue’s Hilfe ging dafür umso zackiger.

Heute dann Frau mad_maxxx eingepackt und ab in den Wald! Und dabei schon wieder die Grenzen des papierlosen Geocachings kennengelernt, denn wir gingen den Cache von dort an, wo uns das Navi hinführte. Und das war: von Südwesten. Das führte dann zu einer – wie soll ich sagen? – recht anstrengenden Tour quer durch den Wald. Inclusive Klettereinlagen auf allen vieren. 

Dialogbeispiel gefällig? mad_maxxx zu Frau mad_maxxx: „Das sind die letzten Abenteuer der Menschheit! “ – Frau mad_maxx zu mad_maxxx: „Stimmt, die allerletzen! „. Oder: Frau mad_maxxx zu mad_maxxx: „Ich bin zwar’n Steinbock, aber das hilft mir hier auch nix mehr!“

Auf jeden Fall gibt es für die, die – so wie ich – den Parkhinweis nicht parat haben, einen relativ guten Aufstieg aus dem Täle, und zwar – und jetzt verschlüsseln wir das: ]jraa zna nhs qra yrgmgra Jrt mhz Pnpur noovrtg, qnaa fvrug zna rvara frue nhftrsnuerara Jrt. Ahe pn. 10 z aöeqyvpu tvog rf rvara rgjnf mhtrjnpufrara Jrt, üore qra rva hztrfgüemgre Onhz yvrtg. [Dieser führt halbwegs menschenwürdig bergan. Der Weg, den wir nahmen, ist bei der derzeitigen Bodenbeschaffenheit nicht zu empfehlen und kann auch bei weniger trittsicheren Zeitgenossen leicht gefährlich werden. Aber am besten folgt man der Parkempfehlung des Owners.

Besonders toll: der Stift war in der Tasche (soll ja nicht einfrieren), aber das Ding schrieb und schrieb nicht. Erst als ich das „Logbuch“ etwas aufgewärmt hatte, ging’s dann.

Das Rätsel war echt cool und das Versteck ist wirklich extraordinär! Das „Logbuch“ ist der HAMMER!
Und afür gibt’s natürlich einen Fav-Point!
Danke für beides sagt
mad_maxxx

Als ich gerade meinen Log bei GC2TGWY „Mystery Drama“ heraus suchte, sah ich dass der Owner sich in einer Note für diesen Log bedankte:

H A M M E R

Was ich machen musste war mir sofort klar – nur an der Umsetzung haperte es.
Ich musste das Rätsel wie früher in der Schule mit Papier, Stift und Taschenrechner lösen…
Wenn ein Ergebnis 78 Minuten ist, kann es beim Cachen definitiv nicht richtig sein 
Einen speziellen Dank an meinen MJ der mir einen kleinen Stubbser gab, so dass ich zurück auf den Lösungspfad gelangte. Jetzt war der Groschen gefallen und das Final schnell gefunden. 

Es hat sehr viel Spass gemacht, aber auch viele Nerven gekostet.
# 252

Um die Geschichte für mich abzuschliessen:


The Log

Kocherreiter, a cacher 
GpsGambler, the mystery owner


Last Act: The Log

[Enter Kocherreiter and GpsGambler]

Kocherreiter:
You are as funny as the sum of a little green handsome charming beautiful lovely pony and a charming red cat. Speak your mind!

GpsGambler:
Remember me!

Kocherreiter:
You are as happy as the sum of yourself and the blue heaven. Speak your mind!

GpsGambler:
Recall everything you know about trains and rails. Speak your mind!

Kocherreiter:
You are as lucky as the blue smart peaceful sky.
You are as brave as the sum of the square of yourself and a little nice flower.
You are as normal as the sum of yourself and a wolf. Speak your mind!

[Exeunt]

Den eigentlichen Log kann nur lesen, wer den Mystery gelöst hat, somit gibt es an dieser Stelle kein Gespoilere 

Aber genug meiner Ausführungen…
Mich würde interessieren wie andere Geocacher über das Thema „Loggen“denken. Sehe ich das Ganze zu verkniffen oder geht es Dir auch so?

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5 Antworten zu Gedanken zum (Online)Log

  1. Schwanie schreibt:

    ein vernünftiges log ist die schönste anerkennung für einen owner (ich gebe zu, nen favo würd ich auch nehmen ;-), allerdings ist es nicht jedem gegeben,sich bei jedem fund was besonderes einfallen zu lassen. und auch fehlt es manchmal an der orthographischen sicherheit, die eigenen gedanken annehmbar in den computer zu tippen. warum sollte man sich dann ohne not outen? nein, ich nehme die +1s, die DFDCs, die TFTCs und die "allen COs einen herzlichen Dank" gelassen hin, immermeinen obersten grundsatz vor augen: DU KANNST ALLES, DU MUSST NICHTS! nichtsdestotrotz ist ein schönes log wie ein glänzender edelstein in der schmuckschatulle, den man immer mal wieder zum vorschein holt, um sich an ihm zu erfreuen.das gilt sowohl für die geschriebenen, als auch für die erhaltenen logs.

  2. Schwanie schreibt:

    grau ist jedoch die theorie, nachstehend noch ein aktuelles beispiel:ein log zum cache GCHTAB Hap Snap #1 seit september 2014 wird das leben für Claudia en Joerg (joris) ein anderes sein – zumindest das geocachingleben. über zehn jahre war das dösken ein schöner fund für die cacher-community und plötzlich ist es oft nur noch ein "diesen auch noch gefunden" oder "im zuge des powertrails schnell mitgenommen" oder es wird in den logs nur noch per einheitslog über den besuchten powertrail geschrieben und gar nicht bemerkt, dass dies dösken ein wunderbarer oldie mit einer seltenen 6-digit-GC-number ist.nun gut, auch ich bin in erster linie wegen des PT hier, aber trotzdem sollte doch dieser so alte cache besonders gewürdigt werden, das gebietet allein schon der respekt vor den ownern, die den cache so lange am leben gehalten haben.dafür danke ich herzlich und wünsche dem dösken ein weitere schöne zukunft.schöne grüße aus dem münsterland vonSchwaniePS: ich stimme "Mondriaantje" vollkommen zu, dieser so alte cache verdient definitiv einen FAVOund hier die antwort der owner:Hoi Schwanie, Wir wollten uns doch eben kurz bedanken fuer deinen log bei unserem Hap-Snap. Sehr woltuend um mal wieder so einen log zwischen all den anderen (die du so schoen beschrieben hast) zu lesen! Greetz, Claudia en Joerg

  3. Schwanie schreibt:

    und von der anderen seite betrachtet ein log zum cache GC3M55Z Zurück zu den Wurzeln – Letterbox Vor Ort getragen von der wilden Entschlossenheit des Herrn Kuschels dieses Rätsel heute und mit Einsatz aller Mittel zu lösen erreichte ich zusammen mit rondua den höchst befahrenen und doch seltsamen Ort der langen Stangen. Ich beobachtete mit erstaunter Miene das hektische Treiben, welches sich nun an eben dieser Stelle entfaltete und in den Fotos des letzten Logs doch recht trefflich wiedergegeben werden. Auch beteiligte ich mich gerne mit einigen Handlangertätigkeiten und gab ab und zu mein Kommentar zum Besten. Und so kam es derart, dass die doch so unterschiedlichen Vorgehensweisen der drei Fremden hier an einer Stelle und zur selben Zeit doch einen Sinn ergaben, der zwar anfangs nicht jedem selbst erschlossen war, jedoch dem Geochecker einleuchtete und uns ein wenig weiter brachte nämlich zur nächsten Aufgabe, die obwohl nicht mehr vorhanden doch mit sagenhafter Konsequenz verfolgt und gelöst wurde. Nicht auf die übliche oder gar bedachte Art, aber immerhin. Und so standen wir Hand in Hand zusammen an dem wohl verwunschesten Weiher im ganzen Münsterland und feierten den schönen Cache, das schöne Wetter, die schöne Natur, den schönen Ausflug und den Weg zurück zufrieden in den Köpfen und geladen mit den neuen und erstaunlichen Dingen diesen Tages. und hier die antwort des owners: der cachebehälter hat der witterung nicht mehr standgehalten, ich habe ihn ersetzt – bedankt Merlin' für die info. bei der station7 ist der baumstumpf am straßenrand entfernt worden, ich habe dem rechnung getragen, den hinweis anderweitig deponiert und das listing angepasst. abschließend einen herzlichen dank an das LdM-trio aus bocholt, das lesen eures abenteuers hat mir wirklich spaß gemacht. ich darf insbesondere meisernator hervorheben, sein schon fast episches log habe ich mir als perfektes beispiel über den schreibtisch gehängt – wenn ich doch meine worte so gut setzen könnte. grüße vom Owner das wars auch schon, mehr hab ich nicht zu sagen.

  4. Anonym schreibt:

    Ich lege und suche nur Caches bei denen schon recht gut absehbar ist, dass man dafür für einen einzelnen Cache viel Zeit braucht – und da ich besagte PisseckenPetlinge von vorneherein vermeide (auch legend und suchend) hab ich das Logproblem nicht.Irgendwie scheint da neben meinem Dosensucheruniversum ein Paralleluniversum zu existieren, in dem sich Menschen getrieben vom Piepsen irgendwelcher elektronischer Dingsis alle 160m bücken und im Dreck nach Filmdosen und Petlingen wühlen, um dann anschließend gleich weiterzuhetzen und abends die Mühe ihres Tages in gefühlt 127 "+1"-Logs zu verkünden.Nicht meine Welt. Ich mache selten mehr als eine Dose am Tag und habe Spaß daran, mir auch für diese Dose im Online-Log richtig Zeit zu nehmen – denn auch nach Jahren freue ich mich immer noch an den Erinnerungen an schöne Dosen und lese meine eigenen Logs als Sucher gerne. Vermutlich geht es den Suchern meiner Dosen recht ähnlich – denn auch da bekomme ich sehr häufig längere Texte (mal mit, mal ohne Bilder), die vom +1-Einheitsbrei abweichen.chrysophylax.de(P.S.: Anonym, da der Versuch mit "Name/Webseite" zu kommentieren wie so häufig fehlschlägt und Gravatar nicht als Option angeboten wird)

  5. Marcus schreibt:

    Ich stimme Deiner Ansicht zu den Logs voll und ganz zu. Auch ich schreibe gerne etwas in meine Logs, ein Cacherkollege allerdings hat es gar nicht drauf, etwas mehr als TFTC zu schreiben, nicht weil er nciht schreiben kann oder will; er findet einfach nicht die Worte um das "erlebte" in Text zu fassen.Und noch ein schönes Beispiel für Logs:Bei uns in der Gegend gibt es den User "Dichtung" und, Nomen est omen, er dichtet all seine Logs!!! Und zwar passend zum Cache. ich habe schon ganze abende vor GC gesessen und mir Logs von ihm angeschaut.Gruß, Marcus

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